Das SOLR-System und Barrierefreiheit
16. Mai 2013 von maas
Eines unserer größten Anliegen bei beluga ist nach wie vor die Geschwindigkeit – es ist frustrierend, wenn man bei einer Recherche mehrere Sekunden auf das Ergebnis warten muss. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Wochen einiges getan, um den Wal auf Fahrt zu bringen: Verschiedene Anfragen an den Suchindex (das Herzstück von beluga) wurden zusammengefasst und die Anzeige der “Ähnlichen Titel”, die aus technischen Gründen lange auf sich warten lassen kann, wird jetzt dynamisch nachgeladen. Während vorher also auf der Ergebnis dieser Suche gewartet wurde, ehe man sich die Detailseite eines Werks ansehen konnte, sieht man die wichtigen Informationen schon wesentlich früher.
Trotzdem ist beluga zur Zeit noch langsamer, als wir uns das wünschen würden. Der Grund liegt dafür in der gewaltigen Größe des GBV Central Index, den wir für beluga verwenden und der uns freundlicherweise von der Verbundzentrale Göttingen zur Verfügung gestellt wird. Der Index nähert sich mit großen Schritten der Größe von einem Terabyte (!) und ist somit auch für die extrem leistungsstarken Server in der Verbundzentrale zu umfangreich, weswegen einzelne Suchanfragen sehr lange dauern können.
Natürlich gibt es auch für dieses Problem technische Lösungen – so z.B. der Umstellung auf eine SOLR Cloud, bei der der Index es sich verteilt auf mehreren Servern gemütlich macht. Allerdings ist das eine ziemlich aufwändige Umstellung und trotz der intensiven Arbeiten bei der VZG kann sie noch ein bischen auf sich warten lassen. Wir möchten daher noch um Geduld bitten.
Mit dem Umstieg auf eine Cloud käme auch eine aktuellere Version von SOLR (4.2) zum Einsatz. Diese bringt dann noch weitere Vorteile mit sich, beispielsweise:
- Bei Tippfehlern werden zukünftig alternative Schreibweisen angezeigt, die garantiert zu Treffern führen
- Es ist dann möglich, die z.B. im Campus-Katalog beliebte “Titelanfangssuche” umzusetzen. Suchbegriffe können bisher nur als Phrase oder als Stichwörter gesucht werden, aber manchmal möchte man ein Buch finden, das mit einer bestimmten Wortfolge beginnt.
In den letzten Wochen haben wir außer der Geschwindigkeitsoptimierung vor allem viele Kleinigkeiten bei beluga verbessert: Die Verwaltung von Literatur mit den Merk- und Literaturlisten wurde optimiert (und wird noch weiter verbessert werden), Einzelbände von Zeitschriften werden wesentlich eingängiger dargestellt. Für Smartphone-Besitzer haben wir stark an der mobilen Recherche mit beluga gearbeitet, so dass man auch in dem Bus oder der S-Bahn schon sehen kann, wo das Buch steht, das man gleich braucht. Und darüber hinaus wurden noch zahlreiche weitere Dinge optimiert.
Die wichtigste Neuerung soll aber an dieser Stelle betont werden, auch wenn sie für die meisten Nutzerinnen und Nutzer unsichtbar ist: beluga wurde in Bezug auf die Barrierefreiheit, insbesondere für die Verwendung der Software mit Sehhilfen und Screenreadern optimiert. Die Schaffung von Barrierefreiheit in öffentlichen Räumen – und virtuelle öffentliche Räume wie beluga gehören dazu – ist extrem wichtig und leider technisch nicht ganz leicht umsetzbar. Trotzdem haben wir uns sehr viel Mühe gegeben, beluga z.B. durch die Einführung spezieller Tags so zu gestalten, dass auch Nutzer z.B. mit Sehbehinderung beluga für ihre wissenschaftlichen Recherchen verwenden können.
Und die Zukunft? Für beluga läuft gerade das Ausschreibungsverfahren für einen Discovery-Index, über den dann ein wesentlich leichterer Zugang zu E-Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften und Ebooks möglich ist. Weiterhin ist gerade eine Usability-Evaluation des Systems geplant, damit beluga auch weiterhin trotz aller umfangreichen Arbeiten ein eingängiges und leicht nutzbares Tool bleibt. Langweilig wird es also um den Wal auch in den nächsten Monaten nicht werden.




