beluga taucht auf!
8. Oktober 2008 von Anne Christensen
Nein, wir haben noch keine Belastungstests mit dem Server gemacht. Auch der Index hat seine Zielgröße noch nicht erreicht, und tagesaktuell ist er derzeit auch nicht. Wir bieten zunächst auch nur eine sehr spezielle Form des Exportes aus beluga an. Und bei Retrieval und Benutzungsschnittstelle wartet noch viel Detailarbeit auf uns. Trotzdem:
beluga 0.5 ist online – und lässt durchaus schon die Richtung erkennen, in der wir hier in Hamburg das Thema Katalog 2.0 interpretieren. Die Grundlagen unseres Prototypen:
- Der Suchmaschinenindex, mit Solr aufgebaut und aktuell mit gut vier Millionen Datensätzen, gemappt in ein internes, im Wesentlichen auf dem Vascoda Application Profile basierenden Datenformat, bestückt.
- Der Export in Richtung Lernmanagementsysteme, der auf Grundlage des IMS-Standards realisiert und derzeit bereits von Lehrenden auf den in Hamburg populären CommSy-Plattformen genutzt wird.
- Die Benutzungsschnittstelle, die auf eine möglichst aufgeräumte Präsentation von Daten einerseits und die Inspiration zum assoziativen Suchen (Drilldowns und Drillups) andererseits zielt.
- Erste Mashups: Wir holen Buchcover von LibraryThing und integrieren bei Verfügbarkeit Previews auf einzelne Titel aus der Google Book Search.
Was steht an für die kommenden Monate? Die ungefähre Roadmap sieht so aus:
- Uschi Schulz, Professorin der HAW-Hamburg und derzeit im Rahmen ihres Praxissemesters im beluga-Projekt tätig, wird die Benutzungsschnittstelle mit Studierenden auf ihre Usability hin überprüfen.
- Die bibliothekarische Arbeitsgruppe für beluga mit KollegInnen aus allen beteiligten Bibliotheken wird gemeinsam mit dem Projektteam an einer Verbesserung des Retrievals arbeiten und außerdem ein Gesamtkonzept für Kataloganreicherung und Mashups in beluga erarbeiten.
- Im Backend-Bereich werden wir uns, wie von den Lehrenden gewünscht, vorrangig um das Angebot weiterer Exportfunktionen (bibtex, Plaintext, RSS,…) und Zitierstile (APA, Harvard, DIN 1505,…) kümmern sowie den Index um weitere Meta- und vor allem Normdaten erweitern. Daneben auf unserem Zettel: Die dynamische Integration von Verfügbarkeitsinformationen auf Grundlage der Document Availability Information API, entwickelt gemeinsam mit Jakob Voß von der VZG und Uwe Reh aus dem HeBis-Verbund.
- Die Arbeit an der Benutzungsschnittstelle schließlich wird alle diese Erweiterungen, Verbesserungen und hoffentlich Ihr Feedback reflektieren!
- Am Beispiel von life, dem neuen Webmagazin der Fakultät für Erziehungswissenschaften, Psychologie und Bewegungswissenschaften der Universität Hamburg, werden wir verschiedene Community Services wie beispielsweise die Übergabe von Literaturlisten aus beluga in das persönliche Profil auf life erproben.
Klar: Die ToDo-Liste ist immer noch länger als die der bereits abgehakten Punkte. Aber das Projekt hat ja noch nicht mal Halbzeit! Ein spannendes Feature, um das wir uns in den kommenden Monaten ebenfalls kümmern werden, ist der geplante Datenbank-Recommender: Nach einer inhaltlichen Analyse von Treffermengen wollen wir dortselbst eine Box mit Empfehlungen für passende Datenbanken zur Suche nach Artikel zu dem jeweiligen Thema einbauen.
Noch weiter gedacht findet sich dieser Ansatz übrigens in einem lesenswerten Artikel von Jonathan Rochkind mit dem Titel Library search as ‘search portal’: Der Katalog 2.0 basiert entweder auf lokale Suchmaschinenindices oder auf Metasuchdienste. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile – in seinem Mockup kombiniert Rochkind aber beide Technologien durch das Angebot von mini boxes mit Ergebnissen aus Metasuchen in einer Treffermenge aus einem Suchmaschinen-basierten Katalog.
Tags:beluga, commsy, librarything, literaturverwaltung, lucene, solr, theorie, usability

[...] Anne Christensen heute morgen mitteilte gibt ist unter beluga.sub.uni-hamburg.de mit der Version 0.5 eine erste Vorabversion der Hamburger [...]
toll! der erste eindruck, den ich von beluga gewonnen habe, ist sehr vielversprechend. die oberfläche und einzelne funktionen, tabs und menüs erinnern mich an vufind – eine katalog 2.0-software, die es mir sehr angetan hat. daher war mir auch beluga gleich “sympathisch”
.
werde mich in den nächsten tagen mal etwas in die suche vertiefen und gebe dann gerne feedback.
Glückwunsch, das sieht doch wirklich schon sehr gut aus. Zwei Fragen, die mir auf Anhieb einfallen:
1. Soll das Layout so oder ähnlich bleiben? Das Buchcover ist IMHO nicht besonders elegant platziert und nimmt sehr viel Platz ein. (Und wenn keines vorhanden ist, wäre es evtl. auch besser, gar nicht einzublenden?)
2. Per RSS-Button auf der Suchergebnisseite wird man mal die Suchergebnisse abonnieren können?
Ansonsten: Top! Noch ist zwar viel ausgegraut, aber das Potential ist unverkennbar.
Danke für die vielen netten Rückmeldungen – auch die auf den anderen Wegen! Da eine verbesserte “User Expierence” ja durchaus auch ein wichtiges strategisches Ziel von beluga ist, freut uns besonders, dass das beluga offenbar so sympathisch daher kommt, wie es gemeint ist.
@ CH: Das Layout wird sich sicher noch verändern – meiner Vermutung nach aber nicht so sehr, dass wir die Buchcover gänzlich anderswo platzieren. Letztlich entscheiden werden wir das aber auf Grundlage der geplanten Usability-Tests.
Der RSS-Button ist so genau so gedacht, dass man die Suchanfrage in seinem Reader abonniert und dann dort jeweils neue Treffer dazu angezeigt bekommt.
Sieht aufgeräumt aus, ist verdammt schnell. Einige Textausrichtungen (rechtszentrierung) stören ggf. das Bild. Ist eigentlich geplant das Projekt auch anderen Bibliotheken anzubieten, oder ist das System dafür nicht offen genug programmiert ?
Nachfrage sollte es ja eigentlich zur Genüge geben
Ich habe jetzt weder in der Roadmap noch in Beluga 0.5 eine Berücksichtigung von Zotero gesehen. Das kommt aber noch, oder nicht?
Mir ist als wäre das immer im Gespräch gewesen und sogar der alte Stabi Katalog unterstützt ja teilweise Zotero.
Ich bin aber auch ganz angetan und hoffe ggf. Informationen (Publikationslisten von Lehrenden) in die neue Fakultätswebsite übernehmen zu können.
@Optimum: Es ist durchaus angedacht, dass beluga auch “nachnutzbar” wird. Während der Projektlaufzeit werden wir uns aber darauf konzentrieren, das bestmögliche Recherchesystem anzubieten und danach weitersehen.
@Ralf Appelt: Die Zotero-Unterstützung ist im oben genannten Arbeitspaket “Exportfunktionen” vorgesehen, das noch in diesem Monat angegangen wird. Hinsichtlich des Exportes Richtung life sind wir ja mit Jonas Wegener und Christina Ferner im Gespräch – und zumindest Jonas wäre doch dann auch der Ansprechpartner für die neue Fakultätswebsite, nehme ich an? Hinsichtlich der Übernahme von Publikationslisten nach life befinden wir uns jedenfalls bereits in Verhandlungen.
@Anne Christensen: Ja, Jonas wird die technische Realisierung vornehmen. Der ist einfach gut.
Ich freue mich über die “Exportfunktionen”. Weiter so.
Der Katalog sieht schon mal sehr aufgeräumt aus und die runden Ecken sind auch sehr hübsch. Die Google-Buch-Vorschau ist mir besonders ins Auge gefallen.
Ist es vorgesehen irgendwann selbst Schlagworte vergeben zu können? Wie sieht es mit Exportfunktionen für Facebook, Delicious oder Bibsonomy aus?
LG Marius
Hi Mari*us, danke für dein Feedback! Sowohl Tagging als auch Exportfunktionen stehen auf unserem Arbeitsplan: An den Exportfunktionen arbeiten wir im Moment bereits, vor der Einführung von Tagging würde ich persönlich gern noch einmal eine Fokusgruppe mit Studierenden machen, um deren Verständnis für diese Funktion und deren Potenziale genauer zu eruieren. Das scheint mir nötig, da vorliegende Studien den Optimismus bezüglich des Taggings (zumindest des “Tagging as the library 2.0 scene knows it”) etwas dämpfen: “Most students wouldn’t fill in more than 1-2 data elements — so opportunity to collect data is limited. Most wanted anonymity, one that’s not personally identifiable. Most students wanted to share their comments — that was the point.” Mehr dazu hier: http://www.rss4lib.com/2008/10/usergenerated_content_and_soci.html
[...] Schulz schreibt im Beluga Blog über die Ergebnisse einer Usability Evaluation des ersten Prototypen dieses Hamburger Kataloges. Lesenswert! Insbesondere auch der Abschnitt <geschichte>, auch für KollegInnen über 50. [...]